CC BY richtig nennen: Muster für die Namensnennung

„Namensnennung" klingt einfach, scheitert aber in der Praxis oft an Kleinigkeiten: fehlender Link, unvollständige Lizenzangabe, Hinweis versteckt im Impressum. Wer Musik unter CC BY verwendet, schuldet dem Urheber eine nachvollziehbare Angabe. Mit einem festen Muster gelingt das in einer Minute.

Das TASL-Muster

Viele Lizenzgeber empfehlen vier Bestandteile, die sich als TASL merken lassen:

  • Titel des Werks
  • Autor (oder der vom Urheber gewünschte Name)
  • Source, also die Quelle mit Link
  • Lizenz mit Version und Link zum Lizenztext

Ein vollständiges Beispiel:

„Morgenlicht" von Jonas Brandt, https://beispiel.example/morgenlicht, Lizenz: CC BY 4.0 (https://creativecommons.org/licenses/by/4.0/)

Fehlt eines der vier Elemente, ist die Angabe angreifbar. Ergänze außerdem einen Hinweis, wenn du das Stück verändert hast, zum Beispiel „gekürzt und mit Fade-out versehen".

Wo der Hinweis stehen sollte

Die Lizenz verlangt, dass die Angabe dem Medium und Kontext angemessen ist. Das heißt:

  1. YouTube-Video: in die Beschreibung, möglichst weit oben, nicht nach zwanzig Hashtags.
  2. Podcast: in die Shownotes jeder Folge und im Abspann als gesprochene Nennung.
  3. Präsentation: auf der Folie, auf der die Musik läuft, oder auf der Schlussfolie.
  4. Website: in der Nähe des Players oder auf einer verlinkten Credits-Seite.

Je deutlicher der Hinweis zu finden ist, desto besser. Nur im Impressum zu stehen, wird bei einem Video selten genügen.

Beispiele für verschiedene Fälle

Kurzfilm. Im Abspann: „Musik: Morgenlicht von Jonas Brandt (CC BY 4.0)". In der Beschreibung dann die ausführliche Fassung mit Links.

Podcast. Shownotes: „Intro-Musik: Morgenlicht von Jonas Brandt, Quelle: …, Lizenz: CC BY 4.0." Im Audio ein kurzer Satz: „Musik von Jonas Brandt unter CC BY."

Schulreferat. Quellenverzeichnis wie bei einem Zitat: Autor, Titel, Jahr, URL, Lizenz, Abrufdatum.

Häufige Fehler

  • Nur den Künstlernamen nennen, ohne Titel und Lizenz.
  • Den Link zur Lizenz weglassen.
  • Eine falsche Version angeben (3.0 statt 4.0).
  • Das Werk verändern, ohne die Änderung zu erwähnen.
  • Die Angabe nach einem Plattformwechsel vergessen.

Beleg für den Ernstfall

Speichere beim Herunterladen eine Notiz: Datum, Quelle, Lizenz, Urheber. Bei einem Konflikt zeigst du so, dass du sorgfältig gearbeitet hast. Praktisch ist eine einfache Tabelle mit den Spalten Titel, Autor, Link, Lizenz, Fundstelle und Verwendung.

So kommt die Datei auf deinen Rechner

Findest du ein Stück unter CC BY bei YouTube, kannst du es über den Konverter als MP3 sichern, etwa für den Schnitt ohne Internetverbindung. Das Video darf höchstens 15 Minuten dauern, pro Stunde gibt es 10 Umwandlungen je IP-Adresse, und die Datei wird nach einer Stunde gelöscht.

Hinweis zu Rechten

Das hier ist eine allgemeine Information, keine Rechtsberatung. Lade nur Inhalte herunter, an denen du die Rechte hast oder die unter Creative Commons beziehungsweise ohne Urheberrechtsschutz stehen. Siehe die Nutzungsbedingungen.

Fazit

Titel, Autor, Quelle, Lizenz: Wenn du diese vier Angaben sichtbar und mit Links setzt und Änderungen erwähnst, erfüllst du die Pflicht bei CC BY in aller Regel. Lege dir am besten eine Textvorlage an, die du bei jedem Projekt nur noch ausfüllst.

Vorlage zum Kopieren

Lege dir eine Textdatei an und passe sie je Projekt an:

Musik: "[Titel]" von [Autor] Quelle: [Link] Lizenz: CC BY 4.0 ([Link zum Lizenztext]) Änderungen: [z. B. gekürzt, Lautstärke angepasst]

Diese vier Zeilen passen in jede Videobeschreibung und jedes Quellenverzeichnis. Bei mehreren Stücken nummerierst du sie und setzt bei Videos zusätzlich die Zeitmarke, an der das Stück läuft. Das hilft Zuschauern und macht es dem Urheber leicht, seine Arbeit wiederzufinden.

Was, wenn der Autor einen Wunschtext vorgibt?

Manche Urheber schreiben in die Beschreibung genau, wie sie genannt werden möchten, zum Beispiel mit Künstlernamen statt Klarnamen. Halte dich daran, denn die Lizenz erlaubt ihnen diese Vorgabe. Fehlt eine Vorgabe, genügt der Name, unter dem das Werk veröffentlicht wurde.

Ein Wort zu Remixen

Bearbeitest du ein CC-BY-Stück, zum Beispiel durch Kürzen, Loops oder einen neuen Mix, entsteht eine Bearbeitung. CC BY erlaubt das, verlangt aber den Hinweis, dass du Änderungen vorgenommen hast. Schreibe es kurz dazu: „Original von …, bearbeitet von …". Bei der Lizenz SA musst du das Ergebnis zudem unter derselben Lizenz weitergeben. Bei ND sind Bearbeitungen gar nicht erlaubt, hier bleibt nur die unveränderte Nutzung.

Hinweis: Dieser Artikel ist keine Rechtsberatung. Nutze das Werkzeug nur für eigene Inhalte oder Creative-Commons- bzw. lizenzfreie Videos und stelle sicher, dass du die nötigen Rechte an heruntergeladenen Inhalten besitzt.