YouTube-Standardlizenz oder Creative Commons?

Unter jedem YouTube-Video steht in der Beschreibung ganz unten eine Information, die kaum jemand liest: die Lizenz. Sie entscheidet darüber, was Dritte mit dem Video machen dürfen. Es gibt genau zwei Möglichkeiten.

Die Standard-YouTube-Lizenz

Wenn ein Uploader nichts ändert, gilt die Standardlizenz. Sie räumt YouTube die Rechte ein, das Video auf der Plattform zu zeigen. Zuschauer dürfen es dort ansehen, mehr nicht. Download, Weiterverbreitung, Einbau in eigene Videos oder Extraktion der Tonspur sind ohne Erlaubnis des Urhebers nicht gedeckt. Das gilt unabhängig davon, ob technisch ein Weg existiert.

Die Creative-Commons-Lizenz (CC BY)

Uploader können beim Hochladen die Lizenz „Creative Commons – Namensnennung" wählen. Damit erlauben sie anderen ausdrücklich, das Video weiterzuverwenden, zu schneiden und sogar kommerziell zu nutzen, sofern sie als Urheber genannt werden. Im YouTube-Editor taucht es dann auch auf: Andere Kanäle dürfen das Video in ihrem Editor verwenden.

Die Unterschiede im Überblick

Merkmal Standard CC BY
Ansehen auf YouTube ja ja
Weiterverwenden nur mit Erlaubnis ja, mit Namensnennung
Bearbeiten und Remixen nur mit Erlaubnis ja, Änderung kennzeichnen
Kommerzielle Nutzung nur mit Erlaubnis ja, mit Namensnennung

Lizenz erkennen

  1. Öffne die Videobeschreibung und klicke auf „Mehr".
  2. Scrolle zum Abschnitt „Lizenz". Dort steht entweder „Standard-YouTube-Lizenz" oder „Creative Commons-Lizenz (Wiederverwendung erlaubt)".
  3. Nutze zur Suche den Filter „Creative Commons".

Was die CC-Lizenz nicht erlaubt

Wichtige Grenzen, die oft übersehen werden:

  • Fremde Inhalte im Video. Ein Uploader kann nur das lizenzieren, was ihm gehört. Läuft im Hintergrund ein Popsong, bleibt dieser geschützt.
  • Persönlichkeitsrechte. Wer im Bild zu sehen ist, behält Rechte am eigenen Bild, auch bei CC.
  • Marken und Logos.
  • Nachträgliche Änderung. Wer die Lizenz später auf Standard zurückstellt, kann die früheren Nutzungen nicht rückwirkend verbieten, aber neue Nutzer müssen sich an die aktuelle Lage halten. Sichere dir also einen Beleg.

Was das für dich bedeutet

Als Zuschauer oder Verwender: Prüfe die Lizenz, bevor du ein Video verwendest, und gib bei CC BY den Urheber korrekt an.

Als Uploader: Überlege, ob du Reichweite willst. Eine CC-Lizenz kann dein Video verbreiten, bedeutet aber, dass andere es verändern dürfen. Wähle bewusst. Für Videos mit eigener Musik oder Fremdmaterial ist die Standardlizenz meist die sichere Wahl.

Und der Konverter?

Mit dem Konverter kannst du den Ton von Videos als MP3 sichern, an denen du die Rechte besitzt, oder die unter CC stehen. Das Video darf bis zu 15 Minuten lang sein, pro Stunde sind 10 Umwandlungen je IP-Adresse möglich, die Datei bleibt eine Stunde abrufbar. Bei Standardlizenz-Videos fremder Kanäle brauchst du die Erlaubnis des Urhebers.

Hinweis zu Rechten

Dieser Text ist eine allgemeine Information und keine Rechtsberatung. Nutze den Dienst nur für Inhalte, an denen du die Rechte hast, oder für Material unter Creative Commons beziehungsweise ohne Urheberrechtsschutz. Mehr in den Nutzungsbedingungen.

Fazit

Standardlizenz heißt: nur anschauen. CC BY heißt: weiterverwenden mit Namensnennung. Ein kurzer Blick in die Beschreibung klärt, welche der beiden gilt.

Ein Praxisbeispiel

Marco filmt eine Wanderung und veröffentlicht sie mit CC BY. Eine Schulklasse schneidet daraus einen Kurzfilm, setzt in den Abspann „Material: Wanderung im Allgäu von Marco K., CC BY" und verlinkt das Original. Das ist ein Musterfall für gelungene Wiederverwendung. Ganz anders läuft es, wenn jemand dasselbe mit dem Musikvideo einer bekannten Band tut: Die Standardlizenz erlaubt es nicht, und eine Nennung des Namens ändert daran nichts.

Tipps für Uploader

  • Prüfe vor dem Upload, ob alle Teile des Videos dir gehören.
  • Schreibe in die Beschreibung, wie du genannt werden möchtest.
  • Halte bei einer Änderung der Lizenz fest, ab wann sie gilt.
  • Bei Unsicherheit bleibt die Standardlizenz die vorsichtige Wahl.

Häufige Fragen

Kann ich die Lizenz nachträglich ändern? Ja, im YouTube Studio unter den erweiterten Einstellungen des Videos. Die Änderung wirkt für die Zukunft.

Gilt CC BY auch für den Ton? Ja, die Lizenz gilt für das gesamte Video, sofern darin keine fremden Teile stecken.

Muss ich dem Uploader schreiben? Bei CC BY ist das nicht nötig, eine Namensnennung genügt. Eine freundliche Nachricht ist aber ein guter Stil.

Hinweis: Dieser Artikel ist keine Rechtsberatung. Nutze das Werkzeug nur für eigene Inhalte oder Creative-Commons- bzw. lizenzfreie Videos und stelle sicher, dass du die nötigen Rechte an heruntergeladenen Inhalten besitzt.